... und woher
kommen die Waldheidelbeeren?
... eine Sage:
Vor undenklicher Zeit kniete Sankt Gangolf, der
stille Klausner, auf dem Gangolfsberg in inständigem Gebete, den
Rosenkranz in den Händen, in der von ihm erbauten Kapelle, für die
Armen und Verlassenen um Hilfe flehend.
Ringsum in den Siedlungen der rauhen Rhön
herrschte die größte Not und bitterste Armut. Die Feldfrüchte
wollten nicht gedeihen. Als einziges Obst wuchs nur der Holzapfel in
dieser unwirtlichen Gegend.
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Selbst ein armseliger Eremit, hat Sankt
Gangolf nur durch Trostworte das Gottvertrauen in die Hütten tragen
können.
Doch fand sein Gebet eines Tages Erhörung von der
Mutter des Allerhöchsten. Erbarmungsvoll stieg sie herab vom Altar
der Gangolfskapelle, in den schneeweißen Händen die
schwarzglänzenden Perlen des Rosenkranzes tragend. So ging sie
durch die ausgedehnten Wälder der Rhön und streute die 59 Körner
auf weiter Fläche verteilend umher. Aus den schwarzen Körnern
sprossen die Heidelbeeren in |
Mengen, so dass die Not ein Ende
nahm.
Seit jener Zeit vermehrten sich diese edlen
Pflänzchen millionenfach und die Vögel tragen den Samen von hier
aus in entfernte Gegenden unseres Vaterlandes wo ebenfalls bittere
Not herrschte.
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